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Inhalt:
Vortrag

Vortrag von P. Markus Körber mccj

„DIE LIEBE GIBT DEN DINGEN IHREN WERT“

Josefine Bakhita, die noch wenig bekannte Heilige aus dem Sudan, ist die Patronin für alle versklavten Menschen – und damit ist nicht nur Sklaverei im engen Sinne gemeint: Wenn Christen am 8. Februar für alle Opfer von Menschenhandel beten, denken sie auch an andere Formen der Ausbeutung vor allem von Frauen, etwa durch Prostitution oder Organhandel, die in verschiedener Form auch hierzulande verbreitet sind, oder auch „Leihmutterschaft“ und Kinderhandel, die manche gerade erst hoffähig machen wollen.

Als Comboni-Missionar mit langjährigem Einsatz im Südsudan ist Pater Markus ein Kenner von Kirche und Gesellschaft in der von Konflikten gebeutelten Region – und auch von Josefine Bakhita, die zentrale Heilige des Landes. Die Ordensgemeinschaft und ihr Gründer Daniel Comboni zählen zu den bedeutendsten Wegbereitern der Kirche in Afrika, ganz besonders im Sudan. Combonis Erfahrungen mit dem Sklavenhandel prägten seine Überzeugungen und trieben ihn zum Handeln an.

Durch Vergebung zum inneren Frieden

Bakhita wurde1869 in Darfur (Sudan) - einer leidgeprüften Region – geboren, im Alter von sieben Jahren ihrer Familie entrissen und versklavt. Ihre Entführer haben sie „Bakhita“ („die Glückliche“) genannt. „Sie hatte nacheinander acht Herren – einer verkaufte sie an den anderen weiter … Das physische und seelische Leid, dessen Opfer sie von klein auf war, hat ihr die Identität geraubt. Sie hat Bosheiten und Gewalt erlitten: An ihrem Leib trug sie über hundert Narben.“ (Papst Franziskus). Dennoch hat sie selbst bezeugt: „Als Sklavin bin ich nie verzweifelt, weil ich eine geheimnisvolle Kraft spürte, die mir Halt gab.«

„Das Beeindruckendste in ihrem Leben ist, dass Bakhita in der Lage war zu vergeben“, sagt Pater Markus. Indem sie Jesus Christus, den Gekreuzigten, kennengelernt hat, konnte sie ihren Peinigern, den Sklavenhändlern vergeben, zutiefst vergeben – das hat sie in innerem Frieden leben lassen. Bakhita hat viel miterlebt, hat dem aber Sinn geben können von ihrem Glauben an einen Gott der Liebe, der am Kreuz stirbt, auch für sie.“ - „Die Liebe gibt den Dingen ihren Wert“ – mit diesem von Franz von Sales geprägten Satz hat Pater Markus seinen Vortrag über die heilige Josefine Bakhita überschrieben.

Mensch der Hoffnung

Bakhita war ein Mensch der Hoffnung. Nicht ohne Grund hat Papst Benedikt XVI. sie in seiner Enzyklika „Spe salvi“ als Vorbild der christlichen Hoffnung bezeichnet. Diese Hoffnung ist nicht mehr nur die „kleine Hoffnung innerweltlich“ gewesen, nämlich an einen weniger grausamen Sklavenbesitzer zu geraten. „Die große Hoffnung ist die christliche Hoffnung. Und das war für sie Jesus Christus, der Gekreuzigte, der auch gelitten hat, aber dann auferstanden ist und zu Rechten des Vaters sitzt – und vor allem: der sie erwartet, weil er sie liebt. Das macht die christliche Hoffnung aus.“

„... sondern sie hat mich gesucht“

Die heilige Bakhita hilft uns, das Interesse an Afrika, dem Sudan und Südsudan zu wecken, wo jenseits von medialer Aufmerksamkeit die einfache Bevölkerung leidet. Pater Markus wünscht sich, dass es vielen Menschen ergeht wie denen, die sich mit Bakhita beschäftigt haben und berichten: „Es war nicht so, dass ich die Bakhita gesucht habe, sondern sie hat mich gesucht.“

Vortrag von P. Markus Körber mccj | Abuna Ignatius Matta
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