Warum werden an diesem Tag Kräuter gesegnet?
Nach einer Predigt des heiligen Johannes von Damaskus (um 700 in Jerusalem) soll dem Grab Mariens, als man es öffnete, nicht Verwesungsgeruch, sondern der wunderbare Duft von Kräutern entströmt sein. Diese Legende ist der Ursprung für die Tradition der Kräutersegnungen. Die gesegneten Sträuße werden auf dem Dachboden oder im sogenannten Herrgottswinkel aufgehängt, wo sie gegen Krankheiten, Gewitter, Blitzschlag und Unheil helfen sollen. Oftmals werden auch zerriebene Blätter kranken Tieren ins Futter gemischt. Kirchengeschichtlich lässt sich dieses bis heute lebendige Brauchtum bis ins fünfte Jahrhundert zurückverfolgen.
Dieses Motiv haben viele Maler aufgegriffen und dargestellt, so auch Annibale Carracci im Gemälde Assunzione della Vergine (1592, Pinacoteca Nazionale di Bologna). Ein Apostel holt Blüten aus dem Grab Mariens.