Beim Einzug in Jerusalem, bei all dem Jubel der Menge, dürfen wir beim Eintritt in diese heilige Woche nicht übersehen, dass Gott im Alltag die Schwachen und Verlierer mitnimmt, ER, der in uns die Sehnsucht nach Frieden, Gerechtigkeit und Liebe weckt.
3 Jahre hat Jesus wohl gewirkt in der Erfüllung des Willens seines Vaters, 3 Jahre Begegnungen und Zuspruch, Heilung zusprechend, Augen und Ohren öffnend, Leben teilend wie das tägliche Brot, Liebe kündend des Gottes, dessen Allmacht Liebe ist. Geritten auf einem Esel, dem Füllen einer Eselin, bescheiden nicht wie ein Kriegsherr - bescheiden seinem Wirken entsprechend und dennoch umjubelt und dann... und dann schlägt alles um: Die Mächtigen deines Glaubens haben es beschlossen, der Mensch, der diese unerschütterliche Liebe Gottes verkündet, er muss weg, er muss weg aus dieser Welt. Sie haben es beschlossen, nicht die Machthaber Roms, sondern die Mächtigen deines eigenen Volkes: aus dem Jubel werden erste Gegenstimmen laut, eine Welle entsteht und breitet sich aus, kreuziget ihn und die Schreie, sie schlagen über dir zusammen und du, du schweigst und gehst deinen Weg als Konsequenz der Liebe zum Vater und zu den Menschen, aus Liebe auch zu uns.
Mach auch uns zu Anstiftern der Liebe in allen Situationen unseres Lebens.
P. Markus war nach 9 Jahren wieder einmal zu einem Vortrag über die Hl. Josefine Bakhita nach Graz gekommen.
Zum Beginn der Messe zieht der Priester das Hemd an, er verschwindet hinter dem Gewand, stellt sich als Mensch in den Hintergrund. In einer Predigt beim Gottesdienst blickte P. Markus zurück auf den Aschermittwoch. Bis zur Geburt eines neuen Menschen dauert es 9 Monate, ca. 40 Wochen.
Die Fastenzeit – Zeit der Buße – dauert 40 Tage bis zum Palmsonntag. Auch wir werden neu geboren.
Das Aschenkreuz am Kopf verweist uns neben der Vergänglichkeit auch auf unser Wissen um die Wiedergeburt. Glauben können wir aber nur mit dem Herzen. Und am Gründonnerstag zeigt uns Jesus mit der Fußwaschung seine Hingabe an uns Menschen, auf unseren Nächsten.
Mit den Evangelien der Fastenzeit sind wir auf dem Weg.
Abraham macht sich auf den Weg
Der Blinde wird sehend und geht seiner Wege – Jesus sagt: ich bin das Licht der Welt!
Lazarus wird von den Toten erweckt und kommt aus dem Grab – Jesus sagt: Ich bin die Auferstehung und das Leben!
Im Voraus zeigt uns Jesus mit Lazarus das größte Geschenk, das ein Freund geben kann, wenn er sein Leben für den Freund hingibt.
In der Nachfolge Jesu bedeutet Mission – gegen die starre Kirche – Aufbrechen und in Bewegung bleiben, nur so kann eine neue Kirche wachsen!
Abuna Ignatius Matta, ein koptisch katholischer Priester aus Ägypten, wohnt zum Studium bei den Combonis in Ellwangen. Er war mit P. Markus zu Besuch in Graz.
Seit 2 Wochen gibt es unter der Leitung von Daniel Osana eine neue Ministrantengruppe. Am Sonntag wurden sie der Gottesdienstgemeinde vorgestellt. Unsere Ministrant*innen sind Jamila, Tabea, Nathi, Christoph und Nora
Am 4. Fastensonntag lud der Missionskreis von Messendorf zum Suppenessen ein. Mit den Spenden unterstützen unsere Gottesdienstbesucher die „Aktion Familienfasttag“ der kfb.
Schwerpunktland war heuer der indische Bundesstaat Jharkhand. Die Kfb Partner*innen-Organisation SEEDS streut Samen für eine nachhaltige Zukunft. Sie unterstützt die Interessen indigener Gemeinschaften in den entlegenen Dörfern. Alphabetisierung (95% aller Kinder besuchen schon die Grundschule) und feministische und dekoloniale Bewegungen zur Selbstbestimmung und Teilhabe entstehen.
Gulaschsuppe wurde wieder liebevoll von Franziska vorbereitet. Gemüsesuppe und eine Kostprobe einer Suppe aus dem Projektland wurden von Barbara und Senta Holasek zubereitet. Gläser zum Mitnehmen standen auch wieder bereit.
Beim gemeinsamen Essen der Gulasch- und Gemüsesuppe wurden 670,- Euro gespendet.
Spenden für die Aktion Familienfasttag sind weiterhin möglich:
Empfänger: Förderverein der Katholischen Frauenbewegung Österreichs
IBAN des Spendenkontos: AT83 2011 1800 8086 0000
Josefine Bakhita, die noch wenig bekannte Heilige aus dem Sudan, ist die Patronin für alle versklavten Menschen – und damit ist nicht nur Sklaverei im engen Sinne gemeint: Wenn Christen am 8. Februar für alle Opfer von Menschenhandel beten, denken sie auch an andere Formen der Ausbeutung vor allem von Frauen, etwa durch Prostitution oder Organhandel, die in verschiedener Form auch hierzulande verbreitet sind, oder auch „Leihmutterschaft“ und Kinderhandel, die manche gerade erst hoffähig machen wollen.
Als Comboni-Missionar mit langjährigem Einsatz im Südsudan ist Pater Markus ein Kenner von Kirche und Gesellschaft in der von Konflikten gebeutelten Region – und auch von Josefine Bakhita, die zentrale Heilige des Landes. Die Ordensgemeinschaft und ihr Gründer Daniel Comboni zählen zu den bedeutendsten Wegbereitern der Kirche in Afrika, ganz besonders im Sudan. Combonis Erfahrungen mit dem Sklavenhandel prägten seine Überzeugungen und trieben ihn zum Handeln an.
Durch Vergebung zum inneren Frieden
Bakhita wurde1869 in Darfur (Sudan) - einer leidgeprüften Region – geboren, im Alter von sieben Jahren ihrer Familie entrissen und versklavt. Ihre Entführer haben sie „Bakhita“ („die Glückliche“) genannt. „Sie hatte nacheinander acht Herren – einer verkaufte sie an den anderen weiter … Das physische und seelische Leid, dessen Opfer sie von klein auf war, hat ihr die Identität geraubt. Sie hat Bosheiten und Gewalt erlitten: An ihrem Leib trug sie über hundert Narben.“ (Papst Franziskus). Dennoch hat sie selbst bezeugt: „Als Sklavin bin ich nie verzweifelt, weil ich eine geheimnisvolle Kraft spürte, die mir Halt gab.«
„Das Beeindruckendste in ihrem Leben ist, dass Bakhita in der Lage war zu vergeben“, sagt Pater Markus. Indem sie Jesus Christus, den Gekreuzigten, kennengelernt hat, konnte sie ihren Peinigern, den Sklavenhändlern vergeben, zutiefst vergeben – das hat sie in innerem Frieden leben lassen. Bakhita hat viel miterlebt, hat dem aber Sinn geben können von ihrem Glauben an einen Gott der Liebe, der am Kreuz stirbt, auch für sie.“ - „Die Liebe gibt den Dingen ihren Wert“ – mit diesem von Franz von Sales geprägten Satz hat Pater Markus seinen Vortrag über die heilige Josefine Bakhita überschrieben.
Mensch der Hoffnung
Bakhita war ein Mensch der Hoffnung. Nicht ohne Grund hat Papst Benedikt XVI. sie in seiner Enzyklika „Spe salvi“ als Vorbild der christlichen Hoffnung bezeichnet. Diese Hoffnung ist nicht mehr nur die „kleine Hoffnung innerweltlich“ gewesen, nämlich an einen weniger grausamen Sklavenbesitzer zu geraten. „Die große Hoffnung ist die christliche Hoffnung. Und das war für sie Jesus Christus, der Gekreuzigte, der auch gelitten hat, aber dann auferstanden ist und zu Rechten des Vaters sitzt – und vor allem: der sie erwartet, weil er sie liebt. Das macht die christliche Hoffnung aus.“
„... sondern sie hat mich gesucht“
Die heilige Bakhita hilft uns, das Interesse an Afrika, dem Sudan und Südsudan zu wecken, wo jenseits von medialer Aufmerksamkeit die einfache Bevölkerung leidet. Pater Markus wünscht sich, dass es vielen Menschen ergeht wie denen, die sich mit Bakhita beschäftigt haben und berichten: „Es war nicht so, dass ich die Bakhita gesucht habe, sondern sie hat mich gesucht.“
"Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehren wirst"
Mit der Spendung des Aschenkreuzes wurde der Beginn der Fastenzeit gefeiert. Es erinnert uns alle daran, dass wir sterblich sind und jeden Tag dankbar als Geschenk des Lebens annehmen sollen.
40 Tage Fastenzeit
Ich will sie nützen, diese Tage,
mir Zeit nehmen,
mir Zeit gönnen.
Ich will sie nützen, diese Tage
mich nicht überfordern,
mich nicht überfordern lassen.
Ich will sie nützen, diese Tage,
still werden,
in mich hineinhören,
meine Wurzeln spüren.
Ich will sie nützen, diese Tage,
weniger tun,
weniger verlangen,
ganz einfach sein.